Der Schmetterlingsflügel
Zur Beschreibung bzw. zur Bestimmung eines Schmetterlings bezieht man sich auf die Färbung der Flügelschuppen in den verschiedenen Bereichen des Flügels, auf die Flügelform und die Körperform, auf die Fühlerform sowie auch auf die Form und Farbe der Palpen und Beine. Wissenschaftliche Entomologen führen zudem noch Genitaluntersuchungen durch, welche für die Schmetterlingsbestimmung wohl das exakteste Mittel zum Zweck sein mögen.

In der Zeichnung oben ist links die Aufteilung des Flügels in Bereiche dargestellt, während rechts die Bezifferung der durch die Adern gebildeten Felder ersichtlich ist.
Die Flügel der Schmetterlinge bestehen aus einer durchsichtigen, elastischen Haut, welche durch die Adern ihre Form und Stabilität erhalten. Wenn der Schmetterling aus der Puppe kommt, ist diese Haut weich und flexibel. Diese Haut hat sich während der Puppenruhe gebildet und liegt fein gefaltet in der sogenannten Flügelscheide. Nach dem Schlüpfen pumpt der Falter eine rötliche Flüssigkeit in die hohlen Adern, welche sich netzartig über den ganzen Flügel verästeln. Durch den Druck der Flüssigkeit beginnen sich die Flügel zu entfalten, der Vorgang ist ähnlich wie wenn ein Schlauchboot aufgepumpt wird. Nach etwa einer halben Stunde ist der Falter damit fertig. Wird der Falter während dieser Tätigkeit gestört oder erschreckt, dann verharrt er reglos, um sich nicht an mögliche Fraßfeinde zu verraten. Dabei kommt es häufig vor, dass die Flüssigkeit bereits erhärtet, obwohl die Flügel noch nicht fertig aufgepumpt sind. Dieser Falter wird nie fliegen können. Dem Insekt bleibt also nicht allzuviel Zeit zu seiner Vollendung. Ist der Aufpumpvorgang einmal eingeleitet, muss er zügig fortgeführt werden, oder aus der Sache wird nichts.
Bleibt der Falter ungestört, so vollendet er seine Flügel in ihrer ganzen Pracht. Die übriggebliebene Flüssigkeit lässt er auf den Boden tropfen, wo diese wie ein Blutstropfen aussieht. Die Flügelhaut ist auf beiden Seiten dachziegelartig mit farbigen Schuppen verschiedenster Formen besetzt. Es gibt abgerundete oder eckige Schuppen, es gibt welche mit Wellenrand und spitz zulaufende, es gibt welche, die in ein Haar auslaufen. Es gibt sogar Duftschuppen, welche sogenannte Pheromone absondern. Diese Pheromone werden von den weiblichen Faltern ausgeschieden und sind eine Art "Parfüm", welches von den männlichen Faltern mit Hilfe ihrer komplizierten Fühler noch aus weiten Entfernungen wahrgenommen werden kann.
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| Flügelschuppen eines Bläulings (Flügeloberseite) | Flügelschuppen eines Bläulings (Flügelunterseite) | Flügelschuppen des Schwalbenschwanzes (Flügeloberseite) |
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| Flügelschuppen einer Argynnis aglaja (Flügelunterseite) | Flügelschuppen eines Aglia tau (Flügeloberseite) |
Schuppen eines Aglia tau: deutlich erkennbar - die Poren in der Flügelhaut, worin die in dünne Enden auslaufenden Schuppen verhaftet sind. |
Die Adern des Vorderflügels:

Die Adern des Hinterflügels:
