[ZURÜCK ZUR HAUPTSEITE]

Entomologie

ist Insektenkunde. Insekten sind sechsbeinige Tiere (Hexapoda). 

Drei Viertel aller heutigen Tierarten sind Insekten. Die Insekten sind überall auf der ganzen Welt anzutreffen. Sie leben sogar in der Antarktis, in den Wüsten, im Erdreich und im Wasser. Manche Insekten, wie etwa die Ameisen haben wegen ihrer einfachen Organe sowie ihre kurze Lebensdauer die Fähigkeit, sich sogar an Gifte und schädliche Strahlungen zu gewöhnen.

Zur Gruppe der Insekten gehören zum Beispiel: Heuschrecken, Fliegen, Mücken, Läuse, Käfer, Schmetterlinge, Flöhe, Termiten, Schaben, Ohrwürmer, Libellen, Silberfischchen, Springschwänze, Bienen, Wespen, Hornissen, Hummeln, Gottesanbeterinnen, Fransenflügler und viele andere.

Der Lebenslauf eines Insekts gliedert sich in vier Stadien: das Ei, die Larve, die Puppe und schließlich das erwachsene Insekt.

Die Erscheinungsform der Insekten in den vier Lebensabschnitten ist sehr unterschiedlich. Die häßliche Raupe im Garten – von den meisten Menschen als Schädling betrachtet – kann sich später als prächtiger Schmetterling entpuppen.

Die Insekten erfüllen in der Natur viele Aufgaben. Sie bestäuben die Blüten, sie zerfressen abgestorbene Pflanzen, sie beseitigen tote Tiere, sie lockern das Erdreich und sie dienen als Nahrung für andere Tiere.

Gelegentlich sind Insekten aber auch für die Menschen schädlich, so zum Beispiel die Läuse – sie übertragen Krankheiten. Manche Käferarten fressen sich ins Holz der Möbel oder ins Gebälk der Hauser und zerstören diese. Motten fressen Löcher in Kleidungsstücke. Flöhe schaden der Gesundheit unserer Haustiere. Speckkäfer, Schaben und Ameisen machen sich über Nahrungsmittel her und verseuchen diese durch ihren Kot mit Krankheiten. Blattläuse schädigen Bäume und Sträucher. Die Raupen des Kohlweißlings zerfressen oft viele Kraut- und Kohlpflanzen. Die Larven des Kartoffelkäfers können ganze Felder vernichten. In Wien wurden bereits Pharaoameisen und tropische Schaben eingeschleppt. In Paris nagen sich Termiten durchs Gebälk.

Die Entwicklungsgeschichte der Insekten reicht weit zurück in die Vergangenheit. Aus fossilen Funden weiß man, daß es flügellose Insekten bereits vor 400 Millionen Jahren gab. Anhand des Verbreitungsgebietes bestimmter unterirdischer lokaler Käferarten kann man ersehen, daß sie bereits vor der Kontinentaltrennung von Afrika und Südamerika existierten, da ihr Verbreitungsgebiet sich nunmehr beiderseits der Bruchlinie befindet.

Während der Eiszeit wurden wärmebedürftige Insektenarten in den Süden Europas abgedrängt. Infolge der einsetzenden Erwärmung, welche bis jetzt noch andauert, wandern diese wieder ins nördliche Europa zurück. Beispiele dafür sind die Kastanienminiermotte, sowie ein Gelbling namen Colias erate, welche noch vor Jahrzehnten im panonnischen Gebiet beheimatet waren.

 

Taxonomie - die Einordnung ins zoologische System

Tiernamen
Wissenschaftliche Namen Volkstümliche Namen
a) nicht mehr verfügbare Namen
b)         ausgeschlossene Namen
c)       jüngere Primärhomonyme
Familien- und Gattungsgruppe Artengruppe
Verfügbare Namen
Gültige Namen Ungültige Namen
subjektiv objektiv
jüngere subjektive Synonyme ganz unterdrückte Namen
jüngere Sekundärhomonyme teilweise unterdrückte Namen
bedingt unterdrückte Namen jüngere objektive Synonyme
Beispiel: Einordnung der Schmetterlinge:
Animalia (Tiere)
Metazoa (Gewebetiere)
Invertebrata (Wirbellose)
Arthropoda (Gliedertiere)
Insecta (Insekten)
Pterygota (Flügelinsekten)
Holometabola (Puppeninsekten)
Lepidoptera (Schmetterlinge)
I. Unterordnung: Homoneura (Jugatae)

Überfamilie (in Klammern Familie):

II. Unterordnung:  Heteroneura (Frenatae)

Überfamilie (in Klammern Familie):

Micropterygidea (Micropterygidae - Urmotten)

Eriocranioidea (Eriocraniidae - Trugmotten)

Hepialoidea (Hepialidae - Wurzelbohrer)

Nepticuloidea (Nepticulidae - Zwergmotten)

Incurvarioidea (Incurvariidae-Miniersackmotten, Adelidae-Langhornmotten)

Cossoidea (Cossidae - Holzbohrer)

Tortricoidea (Tortricidae-Wickler, Cochlidae-Wickler)

Tineoidea (Tineidae - Echte Motten)

Hyponomeutoidea (Hyponomeutidae-Gespinstmotten, Sesiidae-Glasflügler)

Gelechioidea (Coleophoridae-Sackträgermotten, Gelechiidae-Palpenmotten, Oecophoridae-Palpenmotten)

Zygaenoidea (Zygaenidae-Widderchen od. Blutströpfchen)

Pyraloidea (Pyralidae - Zünsler)

Pterophoroidea (Pterophoridae - Federgeistchen)

Hesperioidea (Hesperiidae - Dickköpfe)

Papilionoidea (Papiliinidae-Ritter, Pieridae-Weißlinge, Satyridae-Augenfalter, Nymphalidae-Edelfalter, Lycaenidae-Bläulinge, Nemeobiidae-Würfelfalter (siehe-Spalte-unten: Rhopalocera)

Geometroidae (Geometridae - Spanner)

Bombycoidea (Lasiocamoidae-Glucken oder Wollraupenspinner, Saturniidae-Augenspinner oder Nachtpfauenaugen)

Sphinoidea (Sphingidae - Schwärmer)

Notodontoidea (Notodontidae - Zahnspinner)

Noctuoidea (Noctuidae-Eulenfalter, Lymantriidae-Trägspinner, Arctiidae-Bärenspinner)

Rhopalocera (Tagfalter)
Papilionoidea Hesperioidea
Pieridae (Weißlinge) Lycaenidae (Bläulinge) Satyridae (Augenfalter) Hesperiidae (Dickkopffalter)
Papilionidae (Ritterfalter) Nemeobiidae (Würfelfalter) Nymphalidae (Edelfalter)
Anmerkung: Die Taxonomie unterscheidet innerhalb des Systems zwischen höheren und niederen Kategorien:

Die höheren Kategorien:  

 

Ordnung = Lepidoptera,  

Superfamilie = Papilionidea (Endung -oidea)  

Familie = Papilionidae (Endung -idae)

Unterfamilie (Subfamilie) = Papilioninae (Endung -inae)

Tribus = Papilionini (Endung -ini)

Gattung (Genus) = Papilio (Name kursiv geschrieben, beginnt mit Großbuchstaben)

Die niederen Kategorien: 

Superspecies = nur in wissenschaftlichen Abhandlungen in Verwendung

Art (Species) = wichtigste taxonomische Kategorie

Semispecies = Bezeichnung für eine Art innerhalb einer Superspecies

Unterart (Subspecies) = nur in Verbindung mit Artnamen, niedrigste tax. Kategorie

 

Die Familien der Insekten:
Lateinische Bezeichnung: Deutsche Bezeichnung:
Blattode Schaben
Coleoptera Käfer
Collembola Springschwänze
Dermaptera Ohrwürmer
Diplura Doppelschwänze
Diptera Fliegen
Ephemeroptera Eintagsfliegen
Hemiptera Schnabelkerfe
Hymenoptera Hautflügler
Lepidoptera Schmetterlinge
Mantodea Fangheuschrecken
Mecoptera Schnabelhafte
Megaloptera Schlammfliegen
Neuroptera Netzflügler
Odonata Libellen
Phthiraptera Tierläuse
Plecoptera Steinfliegen
Protura Beintastler
Psocoptera Staubläuse
Raphidioptera Kamelhalsfliegen
Saltatoria Heuschrecken
Siphonaptera Flöhe
Strepsiptera Fächerflügler
Thysanoptera Fransenflügler
Thysanura Borstenschwänze
Trichoptera Köcherfliegen

Der römische Wissenschaftler Gaius Plinius Secundus der Ältere (geb. im Jahr 24, gest. im Jahr 79 beim Ausbruch des Vesuv in Pompeji) verfasste die „Naturalis historia“, ein naturwissenschaftliches Sammelwerk in 37 Büchern, worin alle in der römischen Welt bekannten Tiere und Pflanzen aufgelistet waren. In Kenntnis dieses Werkes erarbeitete der schwedische Naturforscher Karl von Linné (der sich in wissenschaftlichen Arbeiten "Carolus Linnaeus" nannte) ein Ordnungssystem und eine Nomenklatur in lateinischer Sprache, die es ermöglichten, alle damals bekannten Pflanzen und Tiere zu beschreiben, zu benennen und damit zu unterscheiden. Er machte den Anfang zu einer wissenschaftlichen Disziplin: der Taxonomie oder Systematik.

Der 1. Januar 1758 ist ein bedeutungsvoller Tag: Die internationale Nomenklaturkommission legte diesen Tag als Erscheinungstermin der 10. Auflage des Werkes "Systema naturae" von Carolus Linnaeus fest. Er gilt noch immer als der Anfang der wissenschaftlichen Ära in Zoologie und Botanik.

Mit der Veröffentlichung der "Systema naturae" ergab sich zum erstenmal die Möglichkeit zum Informationsaustausch zwischen den Zoologen und Botanikern aus aller Welt. Auf diesem grundlegenden Werk bauen alle nachfolgenden Forschungsarbeiten der gesamten Biologie auf. Die Stellung dieses Standardwerkes in der Biologie hat bis zum heutigen Tag nicht an Bedeutung verloren. Auch heute noch müssen Wissenschaftler auf die "Systema naturae" des Carolus Linnaeus zurückkommen oder eventuell die Belegstücke seiner Sammlung untersuchen, um die genaue Identität einer umstrittenen Art festzustellen.

 

Die zoogeographische Einteilung der Erde

1 = die holarktische Region, unterschieden in die Unterregionen: nearktische Region (Nordamerika) sowie in die paläarktische Region (Europa, Asien, Nordafrika u. teilweise Arabien).

2 = äthiopische Region

3 = orientalische Region

4 = neotropische Region

5 = australische Region

[ZURÜCK ZUR HAUPTSEITE]